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Gesang allgemein

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Jeder kann singen

Wir tun es in der Badewanne, im Auto und im Bierzelt – wir trällern, brummen, jodeln oder schmettern aus voller Brust. Allerdings stoßen unsere Sangeskünste zu unserem Leidwesen nicht bei jedem auf Gegenliebe. Obwohl wir vielleicht der Meinung sind, unsere Stimme würde auch nicht viel anders klingen als diejenige des Superstars auf der CD. Doch wie kommt es zu dieser unterschiedlichen Wahrnehmung? Warum singen manche Menschen besser und andere schlechter? Ja, warum kann der Mensch überhaupt singen?

Wenn wir singen, strömt die ausgeatmete Luft durch die Bronchien in die Luftröhre. An deren oberem Ende befindet sich der Kehlkopf mit den Stimmlippen. Die Atemluft strömt durch einen Spalt zwischen ihnen und die Stimmbänder schwingen – wie die Saiten einer Gitarre. So entsteht ein Klang (Primärklang), der durch den Resonanzraum geformt wird (Sekundärklang). Beim Menschen übernehmen diese Aufgabe Nase, Rachen, Mund und Lippen. Dieser Resonanzraum kann so verändert werden, dass wir verschiedene Klänge bilden können. Auf diese Weise ist der Mensch in der Lage zu singen.

Nicht allein die Gene entscheiden

Wie gut jemand singen kann, hängt zunächst von bestimmten körperlichen Merkmalen ab – zum Beispiel Größe, Form und gewebliche Eigenschaften von Brustkorb, Kehlkopf, Rachen-, Mund- und Nasenraum. Dennoch hat grundsätzlich jeder die Voraussetzungen zum Singen. Außerdem beeinflussen auch psychische Faktoren unseren Stimmklang – unser Wohlbefinden zum Beispiel: „Die Gene entscheiden also nicht allein darüber, ob man gut oder schlecht singt.“ So kann eine schöne Naturstimme auch verkümmern, wenn die gesangliche Übung fehlt.

Talent ist wie ein Zeitraffer

Wir vergleichen das Singen mit einem Seiltanz: „Man muss Gegensätze vereinen und in Balance bringen. Die Begabung wirkt dabei wie ein Zeitraffer. Ein sehr Begabter lernt etwas sehr viel schneller als ein weniger Begabter.“

Wir kennen sie zur Genüge, die gesanglichen Leistungen einiger Kandidaten von „Starmania“ oder „Popstars“. Sie plärren, röhren und schreien – und verfehlen die Töne. Doch sie merken es nicht, weil sie sich selbst anders wahrnehmen als ihre Zuhörer das tun. Warum aber ist das so?

Das innere Ohr hört sehr subjektiv

Die Antwort liegt in unserem Gehör. Neben dem sichtbaren äußeren Ohr hat der Mensch ein inneres Ohr. Dieses bestimmt, wie man sich selbst hört. Doch diese Eigenwahrnehmung ist sehr subjektiv – und kann falsch sein. Denn wir nehmen den Schall nicht nur über die Luft wahr, sondern zusätzlich über das Körpergewebe, das ihn direkt an das Innenohr weiterleitet und dabei filtert.

Das soziale Umfeld spielt eine große Rolle

Beim Singen-Lernen und auch bei der Gehörschulung spielt das soziale Umfeld eine größere Rolle als bisher angenommen. Experten halten es für wichtig, mit den Kindern in Familie, Kindergarten und Schule zu singen, so dass Stimme und Gehör von Anfang an gefördert werden.

Keine Zigaretten, kein Alkohol und genügend Schlaf

Doch wie halten professionelle Sänger ihre Stimme fit? Weil sich alle körperlichen Beeinträchtigungen sofort auf die Stimme legen, muss der Sänger auf genügend Schlaf, regelmäßige leichte sportliche Betätigung, ausgewogene Ernährung und die Befeuchtung seiner Schleimhäute achten. Alkohol und Zigaretten sollten unbedingt vermieden werden. Auch psychische Beeinflussung wie Probleme in Familie, Beruf oder Beziehung können sich negativ im Stimmklang widerspiegeln.“